(13.Jan.18) Pressemitteilung BF-GLA

Der Bau der A52 auf Gladbecker Stadtgebiet ist noch lange nicht beschlossen.
Zum Masterplan Fernverkehrsstraßen-Ausbau von NRW-Verkehrsminister Wüst

Termin: Do,18.01.18 16:00, Sitzung des Stadtplanungs- und Bauausschusses (öffentlich), Straßen.NRW gibt gibt einen Sachstandsbericht.

Es gehört zum festen Ritual, dass neue Verkehrsminister des Landes ein augenfälliges Bekenntnis zum Straßenverkehr und insbesondere zum Bau neuer Straßen abgeben. Nach einem Regierungswechsel wird das mit Seitenhieben auf die Vorgänger gewürzt und dem Versprechen, jetzt alles besser und schneller zu bauen. Der „Masterplan“ von Herrn Wüst erfüllt diese Erwartungen der Straßenlobby und damit seinen wahren Zweck in vollem Umfang. Einen echten Neuigkeitswert hat er nicht. Seit Jahrzehnten kündigen unsere (schnell wechselnden) Verkehrsminister an, dass insbesondere die A52 nördlich Essen jetzt bald gebaut werde, getan hat sich seither aber nichts. Die Gladbecker, die von den schlimmen Auswirkungen der A52 am ärgsten betroffen wären, sollten den Düsseldorfer Aufschlag auch diesmal nicht allzu ernst nehmen.

Über den Bau der A52 wird nicht durch Verkehrspläne und „Masterpläne“ entschieden, sondern durch erfolgreiche Planfeststellungsverfahren. Und um diese Verfahren ist es, anders als es Herr Wüst glauben machen möchte, eher schlecht bestellt.

Das schon 2008 gestartete Planfeststellungsverfahren für den Bottroper Südabschnitt von Essen bis Stadtgrenze Gladbeck (von der Emscher zur Boye) steckt nach Einreichung tausender, mitunter intensiv begründeter Einwendungen von Anwohnern jetzt seit fast 10 Jahren fest. Entgegen allen behördlichen Versprechungen wurde ein Erörterungstermin zur Klärung der Einwendungen bislang noch nicht einmal anberaumt. Mit jedem Monat verlieren alle Vorarbeiten an Wert. Sie stammen zum Teil noch aus dem vergangenen Jahrhundert und missachten neuere Gesetzes zum Schutz von Mensch und Umwelt.

Auch auf die Auslegung der Planunterlagen für den zweiten Abschnitt, das Kreuz A52 / A2, im Frühjahr 2015 hagelte es tausende von Einwendungen. Unter deutlicher Verletzung der Dreimonatsfrist, die der Gesetzgeber zwingend vorgegeben hat, ist die notwendige Erörterung auch hier bis heute völlig unverständlicher Weise unterblieben. Beeindruckend ist übrigens die dazu eingereichte, offizielle Stellungnahme der Stadt Gladbeck, die auf mehr als 100 Seiten schlüssig belegt, dass der Planantrag keine Grundlage für die die Erlangung eines Baurechts sein kann.

Einen Planfeststellungsantrag für den dritten Abschnitt, die Querung der Gladbecker Innenstadt vom Kreuz bis zur bestehenden A52 im Norden (Abschlussstelle GE-Buer-West), gibt es trotz aller Ankündigungen noch immer nicht. Die planerischen und finanziellen Grundlagen sind unklar. Der für die Autobahn verantwortliche Bund will keinen Tunnel bauen und finanzieren. Das Land tut so, als könne es den Tunnel dennoch planen, hat aber für seinen Bau und Betrieb weder Geld noch eine eigene Kompetenz. Davon abgesehen weiß zurzeit niemand, ob und wie ein Tunnel bautechnisch überhaupt möglich ist.

Zu den Darstellungen der ersten Abschnitte wird ein dritter Planantrag, sollte er irgendwann einmal fertig werden, nicht mehr passen. Um ein Baurecht abzusichern, wäre ein Neustart der gesamten Verfahren mit ordentlicher Anhörung der Bürger erforderlich.

Die Gladbecker sollten die Hoffnung nicht aufgeben: Irgendwann im weiteren Verfahren wird sich auch bei hartgesottenen Straßenpolitikern die Erkenntnis umsetzen, dass man auf der Grundlage des heutigen Wissens über Schädlichkeit von Lärm und Autogiften keine neuen Fernverkehrsstraßen mehr quer durch dicht besiedelte Innenstädte bauen darf. Selbst ein Tunnel unter ganz Gladbeck hindurch (er hätte eine Länge von mehr als 4 km!) würde daran nichts ändern. Sein Bau und sein Unterhalt würden Kosten mit sich bringen, die die Verwendung von Steuermitteln für den recht geringen Verkehrsvorteil zugunsten des Fern- und Schwerlastverkehrs nicht rechtfertigen könnten. Das hat der Bundesrechnungshof schon vorsorglich festgestellt.

Unser Fazit ist: die A52 auf Gladbecker Stadtgebiet ist noch lange nicht gebaut. Ihr Bau wird immer unwahrscheinlicher. Die maßgeblichen Entscheidungen dafür sind noch nicht gefallen. Wir alle brauchen langen Atem. Wenn es zu einem weiteren Planfeststellungsverfahren kommt, müssen sich die Gladbecker aber entschlossen wehren, um ihre Gesundheit, ihre Stadt und ihre Lebensqualität nicht dauerhaft aufs Spiel zu setzen. Das braucht dann Engagement, Zeit und Geld vieler Bürger. Die Lage wird nicht einfacher dadurch, dass der Rat der Stadt unter Leitung von Bürgermeister Roland im Jahr 2015 die A52 durch Gladbeck eilfertig und auf nicht nachvollziehbaren Tatsachengrundlagen „begrüßt“, und damit die Interessen der Stadt zugunsten der überregionalen Wirtschaft verraten hat.


(09.Jan.18) Masterplan zum NRW Fernstraßenbau

Im Masterplan zur Umsetzung des Fernstraßenbedarfsplans"des Landes NRW und dem Arbeitsprogramm, vorgestellt von Verkehrsminister Hendrik Wüst, wird der Ausbau der A52 als Vordringlicher Bedarf - Engpassbeseitigung aufgeführt. Auszug (01-2018):

 Str.  Bezeichnung DR/BPL aktueller Planungsstand Planungsschritt 2018
A52 AK E-Nord (A42) - s. AK E/GLA VB-E Planfeststellungsverfahren Fortführung in 2018
A52 s. AK E/GLA - AK E/GLA(m) VB-E Planfeststellungsverfahren Fortführung in 2018
A52 AK E/GLA (A2) - AS GE-Buer VB-E  Umweltverträglichkeits-u. Varianten-Untersuchung Abschluss Untersuchungen

Hier unsere Pressemitteilungen dazu und die Pressetexte in unserer Dokumenten-Rubrik

Das Bürgerforum befürchtet weiterhin, dass das Gladbecker Bürgerwohl leidet, weil:

  • die "Vereinbarungen" GLA-Land-Bund nicht rechtswirksam sind, ist nicht vom BUND unterschrieben
  • der von VM Groschek und BM Roland in Aussicht gestellte lange Tunnel nicht realisiert wird
  • der BM seine Forderung zum Ratsbürgerentscheid nicht einhält
  • eine fast offene Autobahn durch die Stadtmitte günstiger sei
  • ein überdimensioniertes Autobahnkreuz mit störendem Überflieger geplant wird
  • auf Grund des rießigen NRW-Straßen-Investitionsbedarfs zu wenig Geld für Schutzmaßnahmen für GLA vorhanden sein wird
  • eine massive finanzielle Belastung auf die Stadt GLA wegen baubegleitenden Maßnahmen zukommt
  • der Verkehr auf der B224 durch den A52-Ausbau deutlich ansteigt
  • die Landstraße als AB Zubringerstraße überlastet ist
  • Gladbeck nur eine A52 Auffahrt am Anfang und Ende der Stadt bekommt
  • Industriegebiet nur durch Umweg erreicht wird
  • bei Ellinghorst die A2 zwölf (12) nebeneinander liegende Fahrspuren hat
  • die Festwiese und Halde als Grüngebiet der A52 geopfert wird (fehlender Veranstaltungsplatz, weniger freier Parkplatz, Grünfläche verschwindet)
  • mehrjährige Belastung der Bürger durch die Baumaßnahme (Lärm, Schmutz, Platz, Verkehr)
  • die Lösungsvorschläge beschrieben im "Plädoyer für eine bessere Mobilität als Alternative zum Bau einer A52" nicht beachtet werden

Die Gladbecker können sich vielleicht ab 2028 auf eine durch Fernverkehr vielbefahrene Autobahn durch die Stadt freuen. Nützlich für die geplanten Güterverkehr-Verteilzenten der Nachbarstädte, welche dazu noch die Gewerbesteuer bekommen.
GLA ist somit die einzigste Stadt, in der es der Stadtrat bevorzugt, die Nord- von der Südstadt, anstatt mit einem Grüngürtel durch eine Autobahn zu teilen. Und leider respektiert der Stadtrat den Bürgerwillen (Ratsbürgerentscheid 2012) nicht!


(11.Dez.17) nächstes Treffen

Die Treffen am 11.12.17 und am 08.01.18 fallen aus !
Unser nächstes offenes Treffen ist für :
       Montag, den 19.02.2018, 18:00 Uhr im Nebenzimmer der Alten Post
(wegen Rosenmontag eine Woche später) geplant.

Termin: Do,18.01.18 16:00, Sitzung des Stadtplanungs- und Bauausschusses (öffentlich), Straßen.NRW gibt gibt einen Sachstandsbericht.

Die Idee, am 2.12.17 einen Stand in der Stadt zu organisieren, haben wir fallen gelassen. Es liegt noch keine Bestätigung aus dem Rathaus vor - und auch das Wetter dürfte nicht so richtig passen.

Das Bürgerforum Gladbeck wünscht allen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch nach 2018. 

Aktuelles siehe hier in unserem Dokumentenarchiv!


(15.Nov.17) Offener Brief an MdB M. Gerdes

In einem offenen Brief wendet sich das Bürgerforum Gladbeck an den im September wiedergewählten Bundestagsabgeordneten Michael Gerdes mit der Bitte, die Gesundheit de Gladbecker und Bottroper (Schutz auf körperliche Unversehrtheit gemäß Artikel 2 Grundgesetz) zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit zu machen. Wirtschaftlich Interessen haben schon allein aus verfassungsrechtlichen Gründen zurückzustehen.
Den gesamten Text des offenen Briefes finden Sie hier, sowie den Pressekommentar der WAZ.

Bitte beachten: kein Montags-Treffen im Dez.2017 und Jan.2018, nächstes Treffen am 19.02.2018.    Aktuelles siehe hier in unserem Dokumentenarchiv!


(10.Okt.17) Daten der Feinstaubmessgeräte

Eine Karte mit den aktuellen Gladbecker Feinstaubwerten (Wert farbiges Sechseck u. 24Std),  sowie die Tages/Wochen/Monat/Jahrs-Grafiken (madavi.de) der Sensordaten sind per Link in der Tabelle aufrufbar:

   ID    esp8266
-Nr
Feinstaub
Karte
Feinstaub
PM 10, 2.5
Temperatur
Feuchte
Feinstaub-Karte:
1885 1492670 GLA−Butendorf  sds011  dht / bme
1887 1497121 GLA−Mitte sds011 dht / bme
2672 16252999 GLA−Mitte sds011 dht
3141 2281326 GLA−West sds011 dht / bme
3157 2524518  GLA−Rentfort sds011 dht
3159 11725754  BO-WAT sds011 dhtbme
3167 11732530 GLA−Süd sds011 dht
4045 580224 GLA−Süd sds011 dht
3169 11729221 GLA−Mitte  sds011 dht
3171 11727155 GLA−Mitte  sds011 dht / bme
3175 11731361 GLA−Mitte  sds011 dht / bme
4037 579421 GLA−Mitte  sds011  dht
4039 579862 GLA−Butendorf  sds011  dht
4041 580181 GLA−Rentfort  sds011  dht / bme
3161 11724424 RE−Hochlarmark sds011 dht
3173 3635181 Raesfeld sds011 dht  / bme
4043 580200 GE-Resse  sds011 dht / bme
6164 2962050 E-Nordviertel  sds011 dht
4047 581512 Test−Gerät sds011 dht / bme

Bem: Die Feuchte des dht22 Sensors driftet ztw. gegen 100%, nutze bme280.

Infos zur Luftqualität hier.
Die Messwerte können auch tageweise von archive.luftdaten.info  bzw. madavi.de als csv runtergeladen werden.